„Ziel: Den Team-Meistertitel verteidigen“

Trixi Worrack. (Foto: Tino Pohlmann)

Beim italienischen Radrennen »Trofeo Alfredo Bindo« kam Trixi Worrack schwer zu Fall. Bei dem Sturz im März 2016 erlitt sie einen dreifachen Nierenriss, musste sofort operiert werden und verlor eine Niere. Worrack gelang kurz darauf ein fulminantes Comeback: Erst wurde sie deutsche Meisterin im Zeitfahren und dann auch noch für Olympia 2016 nominiert. Bei der Straßenrad-WM fuhr die Radsportlerin  zudem mit ihrem Canyon SRAM Racing zu Silber.

Ihre Teilnahme bei Olympia in Rio de Janeiro – keine fünf Monate nach dem verhängnisvollen Unfall – ist umso bemerkenswerter, da die Fortsetzung von Worracks Karriere nach der Not-OP am seidenen Faden hing. Mit nur einer Niere muss sie nun mehr Rücksicht auf ihren Körper nehmen. Doch Trixi Worracks will trotz allem große Rennen gewinnen.

Dem Amtsblatt beantwortete die 35-Jährige, deren Lieblingsdisziplin das Teamzeitfahren ist, im Vorfeld der Deutschen Straßenradsportmeisterschaften 2017 folgende Fragen:

Frau Worrack, 5 Weltmeistertitel und 6  Deutscher Meistertitel auf der Straße. Erfolgreicher geht es ja kaum. Kommt in Chemnitz jetzt der nächste Titel bei einer nationalen Meisterschaft?

Es ist ja noch früh in der Saison, für mich ist es erst einmal wichtig, gut in die Rennen zu kommen und zu schauen, wie es mir geht. Aber als Team werden wir natürlich versuchen den Meistertitel bei uns zu behalten.

Wie sehen Sie Ihre Chancen in diesem Jahr? Die Strecke ist anspruchsvoll. Und im letzten Jahr gab es mit Mieke Kröger ja durchaus eine Überraschungssiegerin.

Es ist im Moment noch schwer einzuschätzen, wie ich mich in diesem Jahr fühle, nachdem ich im letzten Jahr einen langen Ausfall hatte. Aber ich denke in ein oder zwei Monaten kann ich da mehr zu sagen.
Wird es vorher noch eine Streckenbesichtigung geben? Oder reisen Sie erst zum Wettkampf an?
Ich werde mir sicherlich die Strecken vorher ansehen, da ich in Erfurt wohne und es nicht weit ist.

Der deutsche Radsport erlebte in den vergangenen Jahren einen wahren Boom. In der öffentlichen Wahrnehmung und Berichterstattung wird das aber meist nur auf die Erfolge der Männer beschränkt? Ärgert Sie das oder profitieren die Frauen auch davon?

Also die Aufmerksamkeit der Männer haben wir lang nicht. Es fängt schon bei den TV-Übertragungen an, davon gibt es noch viel zu wenig und meist nur im Internet zu sehen. Da könnte noch einiges mehr getan werden. Es hat sich in den letzten Jahren schon einiges geändert, wie zum Beispiel, Rennen die parallel zu den Männern laufen, beispielsweise Klassiker-Rennen im Frühjahr.